Der letzte Tropfen

Ende der Straße und nur noch Sand, Sand, Sand. Die Reifenventile werden geöffnet, zischend entweicht die Luft. Die Reifen werden platter und platter. Mich packt ein mulmiges Gefühl: jetzt muss Schluss sein. R. beobachtet den Vorgang aufmerksam. Noch mehr, sagt er, und: noch mehr. Im tiefen Sand kann man nur mit ganz platten Reifen fahren. Obwohl unsere jetzt weich aussehen wie vollreifer Camembert, bleibt der vierradgetriebene Geländewagen nach ein paar Kilometern im tiefen Sand stecken. Die Räder drehen durch. Man muss etwas unterlegen. Nur was? Auf der Landzunge erstreckt sich nichts als Sand, rechts der Sandbank das Meer, links der Fluss, der immer breiter wird, um sich am Ende brackwassernd ins Meer zu ergießen. Jemand findet den angeschwemmten Zweig einer Kokospalme. (Wie finden die Afrikaner nur immer so schnell etwas, das unsichtbar war?) Er wird unter den am tiefsten eingesunkenen Vorderreifen gelegt, und auf einmal greifen die Räder wieder. Weitere Kilometer geht es durch den Sand.

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